Was sind Adaptogene? Wirkung, Beispiele und Studienlage

Was sind Adaptogene eigentlich? Der Begriff taucht auf Kaffeealternativen, in Smoothie-Pulvern und auf vielen Kapseldosen auf. Damit gemeint sind Pflanzen, die dem Körper helfen sollen, sich an Stress anzupassen. In diesem Grundlagenbeitrag erfahren Sie, woher das Konzept stammt, wie Adaptogene wirken sollen und was die Wissenschaft dazu sagt.

Herkunft des Begriffs

Der Begriff „Adaptogen“ stammt aus der Sowjetunion der 1940er-Jahre. Forscher suchten nämlich damals nach Mitteln, die Soldaten und Sportler belastbarer machen sollten. Dabei sollte ein Adaptogen drei Kriterien erfüllen: Es soll unspezifisch die Widerstandskraft gegen Stress erhöhen, ausgleichend wirken und dabei unschädlich sein. Viele der untersuchten Pflanzen stammen zudem aus der traditionellen chinesischen oder ayurvedischen Medizin.

Bekannte Adaptogene im Überblick

  • Ashwagandha (Schlafbeere) aus Indien
  • Rhodiola rosea (Rosenwurz) aus Nordeuropa und Sibirien
  • Ginseng aus Korea und China
  • Taigawurzel (Sibirischer Ginseng)
  • Schisandra, Tulsi und Maca
  • Heilpilze wie Reishi und Cordyceps

Einen direkten Vergleich der wichtigsten Pflanzen mit Dosierung finden Sie in Adaptogene gegen Stress.

Wie sollen Adaptogene wirken?

Adaptogene sollen die Stressachse beeinflussen, also das Zusammenspiel aus Gehirn und Nebennieren, das Cortisol ausschüttet. Zwar zeigen Laborstudien tatsächlich Effekte auf Stresshormone und Entzündungsbotenstoffe. Beim Menschen sind die Ergebnisse jedoch deutlich weniger klar. Zudem ist der Begriff „Adaptogen“ weder in der Medizin noch im Lebensmittelrecht offiziell anerkannt.

Was sind Adaptogene aus Sicht der Forschung?

Für Ashwagandha und Rhodiola gibt es einige kleine Studien mit positiven Ergebnissen bei Stress und Erschöpfung. Allerdings sind viele davon kurz, haben wenige Teilnehmer oder wurden von Herstellern finanziert. Für die meisten anderen Adaptogene ist außerdem die Datenlage noch dünner. Eine zugelassene gesundheitsbezogene Aussage gibt es für keine dieser Pflanzen.

Sicherheit: natürlich heißt nicht harmlos

Auch pflanzliche Mittel können Nebenwirkungen haben und mit Medikamenten wechselwirken. So wird Ashwagandha mit Leberschäden in Verbindung gebracht, und das Bundesinstitut für Risikobewertung rät zur Vorsicht. Ginseng kann Blutdruck und Blutzucker beeinflussen. In Schwangerschaft und Stillzeit sollten Sie auf Adaptogene verzichten. Mehr zum Thema Natur und Labor lesen Sie in natürliche oder synthetische Vitamine.

Fazit

Was sind Adaptogene also? Pflanzen mit einem spannenden Konzept, aber einer noch dünnen Studienlage. Wer sie ausprobieren möchte, sollte auf geprüfte Produkte achten, mögliche Wechselwirkungen kennen und realistische Erwartungen haben. Welche Nährstoffe bei Stress sonst noch helfen, lesen Sie in Nahrungsergänzungsmittel bei Stress.

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